erinnerungsparlament.de

Berichte · Sektion B

Jugendliche sprechen mit Vertretern der zweiten Generation

Im Anschluss an die Workshops mit Zeitzeugen fanden am frühen Nachmittag parallel vier Workshops mit Vertretern der zweiten Generation statt. Jeweils 15 bis 25 Jugendliche nahmen an diesen Veranstaltungen teil.

Workshop B 1

Dirk Kuhl, To Reflect and Trust

(Moderation: Ansgar Reiß, Universität Regensburg)

Der Vater von Herrn Kuhl (* 1940), wurde 1948 von der britischen Militärregierung wegen seiner Taten als Gestapo-Offizier und SS-Obersturmbannführer zum Tod verurteilt und hingerichtet. Herr Kuhl hat sich intensiv mit seinem Vater auseinander gesetzt. Er engagiert sich in der internationalen Organisation To Reflect and Trust, die Begegnungen zwischen "Täter-" und "Opferkindern" veranstaltet.

.:: Zur Dokumentation ::.

Workshop B 2

Angela Rauscher, Lehrerin
Michael Popp, ehem. Leiter des Kulturamts der Stadt Nürnberg und des KOMM

(Moderation: Rainer Huhle, JZ Nürnberg)

Angela Rauscher (* 1950) und Michael Popp (* 1942) machten beide spezifische Gewalt- oder Unrechtserfahrungen in der Demokratie. Der eine erlebte als Leiter des selbstverwalteten Jugendzentrums KOMM dort 1981 die widerrechtlichen Massenverhaftungen von Jugendlichen mit. Frau Rauscher wiederum wollte man - aus unklaren politischen Gründen - den Eintritt als Lehrerin in den Staatsdienst zunächst verwehren. Beide reflektierten auf dem Erinnerungsparlament über diese Erfahrungen und über den Umgang mit der nationalsozialistischen Vergangenheit seit den Fünfzigerjahren.

.:: Zur Dokumentation ::.

Workshop B 3

Erich Schneeberger, Verband Deutscher Sinti und Roma

(Moderation: Otto Böhm, Nürnberger Menschenrechtszentrum e. V.)

Erich Schneeberger (* 1950) entstammt einer "traumatisierten Familie": Beide Eltern überlebten den Versuch der Nationalsozialisten, Sinti und Roma zu "vernichten" mit schweren seelischen Wunden. Heute engagiert sich Herr Schneeberger im Verband Deutscher Sinti und Roma als Vorsitzender des Landesverbands Bayern für die Rechte seiner Bevölkerungsgruppe als vollberechtigter und anerkannter Teil der deutschen Gesellschaft.

.:: Zur Dokumentation ::.

Workshop B 4

Leibl Rosenberg, Forum für jüdische Geschichte und Kultur e.V., Nürnberg

(Moderation: Dr. Matthias Heyl, Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück)

Leibl Rosenberg beschreibt sich als "bayerischen Juden". Im Stadtarchiv Nürnberg u. a. für die Katalogisierung des Stürmer-Archivs zuständig, setzt er sich für die Wahrnehmung und Anerkennung deutsch-jüdischer Realität in der deutschen Gesellschaft ein.

.:: Zur Dokumentation ::.